Schützen Sie das Innenohr bei Flugreisen, Tauchen und anderen Druckveränderungen

So vermeiden Sie Ohrenschmerzen und Hörprobleme bei Druckveränderungen
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Ob im Flugzeug, beim Tauchen oder in den Bergen – plötzliche Druckunterschiede können das empfindliche Innenohr belasten. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Ohren schützen, Beschwerden vorbeugen und wann ein Arztbesuch ratsam ist.
Amelie Arnold
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Schützen Sie das Innenohr bei Flugreisen, Tauchen und anderen Druckveränderungen

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Ob im Flugzeug, beim Tauchen oder in den Bergen – plötzliche Druckunterschiede können das empfindliche Innenohr belasten. Erfahren Sie, wie Sie Ihre Ohren schützen, Beschwerden vorbeugen und wann ein Arztbesuch ratsam ist.
Amelie Arnold
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Viele Menschen kennen das Gefühl von „verstopften“ Ohren beim Start oder bei der Landung eines Flugzeugs oder den Druck auf den Ohren beim Abtauchen im Wasser. Meistens ist das harmlos und verschwindet schnell wieder. Doch bei manchen kann der Druckwechsel Schmerzen verursachen oder im schlimmsten Fall das Innenohr schädigen. Hier erfahren Sie, was dabei im Ohr passiert und wie Sie Ihre Ohren am besten schützen können, wenn sich der Umgebungsdruck verändert.

Das Innenohr – ein empfindliches System

Das Ohr besteht aus drei Teilen: dem äußeren, dem mittleren und dem inneren Ohr. Im Innenohr befinden sich sowohl das Hörorgan (die Schnecke) als auch das Gleichgewichtsorgan. Damit das Hören und die Balance richtig funktionieren, muss der Luftdruck auf beiden Seiten des Trommelfells gleich sein. Dafür sorgt die sogenannte Eustachische Röhre – ein kleiner Kanal, der das Mittelohr mit dem Nasen-Rachen-Raum verbindet.

Wenn sich der Umgebungsdruck schnell ändert, etwa beim Start oder bei der Landung eines Flugzeugs oder beim Tauchen, muss die Eustachische Röhre den Druckunterschied ausgleichen. Gelingt das nicht, entsteht ein Unter- oder Überdruck im Mittelohr, und das Trommelfell wird gedehnt. Das spüren Sie als Druckgefühl, Ohrenschmerz oder „verstopftes“ Ohr.

Warum manche Menschen empfindlicher reagieren

Bei Erkältungen, Allergien oder Nasennebenhöhlenentzündungen schwellen die Schleimhäute an, und die Eustachische Röhre kann teilweise blockiert sein. Dadurch wird der Druckausgleich erschwert. Deshalb empfinden viele Menschen während einer Flugreise stärkere Ohrenschmerzen, wenn sie erkältet sind.

Auch Kinder sind besonders anfällig, da ihre Eustachische Röhre kürzer und enger ist als bei Erwachsenen. Schon geringe Schwellungen können den Luftdurchgang behindern.

So gleichen Sie den Druck aus

Es gibt verschiedene einfache Methoden, um den Ohren beim Druckausgleich zu helfen:

  • Schlucken oder Gähnen – öffnet die Eustachische Röhre und lässt Luft passieren.
  • Kaugummi kauen oder Bonbons lutschen – besonders hilfreich beim Start und bei der Landung.
  • Valsalva-Manöver – Nase zuhalten, Mund schließen und vorsichtig „nach innen pusten“, als wollten Sie sich die Nase schnäuzen. So gelangt Luft ins Mittelohr.
  • Nasenspray verwenden – eine milde Salzlösung oder ein abschwellendes Spray kann helfen, wenn Sie erkältet sind.

Achten Sie darauf, nicht zu stark zu pressen, da dies das Trommelfell verletzen kann. Beim Tauchen sollten Sie den Druckausgleich regelmäßig und behutsam durchführen und niemals weiter abtauchen, wenn Sie Schmerzen verspüren.

Tauchen und das Risiko eines Barotraumas

Beim Tauchen verändert sich der Druck deutlich schneller als beim Fliegen. Pro zehn Meter Tiefe steigt der Umgebungsdruck um etwa ein Bar. Wenn der Druckausgleich nicht gelingt, kann es zu einem sogenannten Barotrauma kommen – einer Druckverletzung des Ohrs.

Typische Symptome sind stechende Schmerzen, Schwindel, Hörminderung oder das Gefühl, dass das Ohr „zu“ ist. In schweren Fällen kann das Trommelfell reißen oder das Innenohr geschädigt werden. Deshalb ist der richtige Druckausgleich ein zentraler Bestandteil jeder Tauchausbildung.

Wenn Sie nach einem Tauchgang anhaltende Schmerzen, Hörverlust oder Schwindel bemerken, sollten Sie unbedingt einen HNO-Arzt aufsuchen – idealerweise mit Erfahrung in Tauchmedizin.

Flugreisen mit Kindern

Kleine Kinder können den Druckausgleich noch nicht bewusst steuern. Beim Start und bei der Landung hilft es, wenn sie etwas trinken oder an einem Schnuller saugen. Das regt den Schluckreflex an und öffnet die Eustachische Röhre.

Ist das Kind erkältet, kann ein mildes Nasenspray etwa 30 Minuten vor dem Start und vor der Landung helfen, die Schleimhäute abzuschwellen und Schmerzen zu vermeiden.

Wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten

In den meisten Fällen verschwinden Druckbeschwerden von selbst. Sie sollten jedoch einen Arzt aufsuchen, wenn Sie:

  • länger als 24 Stunden nach dem Flug oder Tauchgang Schmerzen haben,
  • eine anhaltende Hörminderung oder Ohrgeräusche bemerken,
  • Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen verspüren,
  • Flüssigkeit oder Blut aus dem Ohr austritt.

Eine frühzeitige Behandlung kann bleibende Schäden verhindern, insbesondere wenn das Innenohr betroffen ist.

Gute Gewohnheiten für gesunde Ohren

Um Ihre Ohren vor Druckveränderungen zu schützen, können Sie:

  • auf Flugreisen oder Tauchgänge verzichten, wenn Sie erkältet sind,
  • beim Tauchen regelmäßig und frühzeitig den Druck ausgleichen,
  • auf eine gute Nasenpflege und ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten,
  • Kindern beibringen, beim Fliegen zu gähnen oder zu schlucken.

Das Ohr ist ein empfindliches Organ, und ein wenig Aufmerksamkeit kann viel bewirken. Mit den richtigen Gewohnheiten können Sie Flugreisen und Tauchgänge ohne Schmerzen genießen – und Ihr Gehör langfristig gesund erhalten.

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